Wenn mein Druckkopf schwarzsieht - Eine Kolumne von Lothar Diebold (Werbetechnik 4.2016)

Und regelmäßig grüßt das Murmeltier – der schwarze Druckkopf geht kaputt, der gelbe hält irgendwie ewig. Haben Sie sich schon einmal gefragt, weswegen das so ist? Ich habe mich mal schlaugemacht. Und die Antwort ist einfach: Zum einen sind die Pigmente schuld, zum anderen eine Art Harz. Beide Anteile sind in der schwarzen Tinte am größten, wenn man sie mit der cyan-, magenta- und gelbfarbenen vergleicht.

Zu Ursache Nummer 1: Je höher die Pigmentdichte, desto mehr Abrieb gibt es im Druckkopf und desto schneller lenken die Düsen den Tintenstrahl ab. Die Düse ist sozusagen kaputt. Aber was heißt Abrieb einer Düse? Die Druckköpfe haben unten eine Antihaftbeschichtung, damit die Tinte dort nicht hängen bleibt. Sobald diese Beschichtung beschädigt ist, bleibt der Tintentropfen an der kaputten Stelle hängen und wird eben, wie beschrieben, abgelenkt. Die Folge sieht man dann auf dem Druckmedium. Sehr deutlich festzuhalten, wenn man einen Düsentest macht: Die Striche liegen nicht mehr schön, nicht mehr gerade im gleichen Abstand parallel zueinander. Der Verschleiß eines Druckkopfes macht sich also immer dadurch bemerkbar, dass die saubere Tintenführung beim Austritt aus der Düse nicht mehr gewährleistet ist.

Übrigens können Sie diesem Verschleiß nicht durch regelmäßiges Reinigen vorbeugen. Sicherlich: Wenn jemand nicht regelmäßig sein Cleaning durchführt, muss er auch mit abgelenkter Tinte rechnen, weil Tintenreste verkrusten können. Aber die daraus resultierende unsaubere Tintenführung ist eben nicht die Folge eines irreparablen Verschleißes, wie es die Pigmente an sich zur Folge haben.

Das sogenannte Harz, das zweite Problem, wird eingesetzt, um die Pigmente zu separieren – sie sollen ja nicht verkleben. Aber es kann eben sein, dass das Harz die Düsen über die Zeit verstopft. Wieder ist die Folge: Ablenkung in der Düse, der Tintenstrahl kommt unsauber auf das Medium. Wiederum ein Effekt, der bei Schwarz am größten ist.

Lothar Diebold ist Gründer und Geschäftsführer von easy inks aus Denzlingen – Hersteller und Händler von Alternativtinten für den Großformatdruck. Mit dieser Kolumne beginnt im Fachmagazin Werbetechnik eine sechsteilige Serie, in der der Experte rund um das Thema Tinte und Großformatdrucker schreiben wird.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Werbetechnik 4.16
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