Nachfüllsysteme - sinnvoll? - Eine Kolumne von Lothar Diebold (Werbetechnik 5.2016)

Sparen ist ja schön und gut. Aber bitte nur, wenn die Produktionsmengen dafürsprechen. Sonst kann es teurer werden als gedacht. Ich spreche dieses Mal von offenen Nachfüllsystemen. Und ja, man kann sparen. Bis zu 30 Prozent sind drin, wenn Sie von einer Kartusche auf ein Nachfüllsystem umsteigen. Vorausgesetzt, Sie drucken viel und regelmäßig.

Man unterscheidet drei offene Systeme: erstens die Kartusche, die über einen Trichter nachgefüllt wird, zweitens die Kartusche mit aufgesetztem Tank und drittens die Kartusche mit externem Tank und Schlauchsystem. Die beiden Tanksysteme funktionieren wie eine Toilettenspülung: Ein Schwimmer lässt, wenn notwendig, die Tinte automatisch nachlaufen – ohne Pumpe. Vom Prinzip her wunderbar einfach, aber: Die Systeme sind zur Luft offen; und das bedeutet Verdunstung. Wenn genug gedruckt, stets genug Tinte nachgefüllt wird, spielt das Verdunsten keine

Rolle. Steht die Tinte jedoch zu lange im Nachfüllsystem, verändert sich deren Zusammensetzung: Flüssigkeit verschwindet, sie wird dickflüssiger.
Das kann zu großen Problemen führen, beispielsweise zu Düsenausfällen an unterschiedlichen Stellen.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Diese Kolumne ist kein Plädoyer gegen (professionelle) Tanksysteme. Im Gegenteil: Es müssen halt nur die Voraussetzungen stimmen. Wovon ich allerdings abrate, ist die Trichterlösung, weil die Gefahr, dass die Tinte über einen schlecht zu reinigenden Trichter verschmutzt, grundsätzlich zu hoch ist. Übrigens, was auch bei Tinte an sich gilt: Identisch aussehende Nachfüllsysteme aus billigen China-Schmieden eignen sich für viel druckende Dienstleister, die noch ein paar Cent sparen wollen, nicht.

Schläuche und Behälter werden aufgrund schlechter Materialien und Verarbeitung dem hohen Druckvolumen nicht standhalten. Lothar Diebold ist Gründer und Geschäftsführer von easy inks aus Denzlingen – Hersteller und Händler von Alternativtinten. Diese Kolumne ist die zweite einer sechsteiligen Serie, in der der Experte rund um das Thema Tinte und Großformatdrucker schreibt.

Lothar Diebold ist Gründer und Geschäftsführer von easy inks aus Denzlingen – Hersteller und Händler von Alternativtinten für den Großformatdruck. Diese Kolumne erscheint im Fachmagazin Werbetechnik und ist Teil einer sechsteilige Serie, in der der Experte rund um das Thema Tinte und Großformatdrucker schreiben wird.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Werbetechnik 5.16
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