Wie funktioniert UV-härtende Tinte?
UV-härtende Farben und Fluids gibt es in der Druckindustrie für Sieb- und Offsetdruck. Und eben auch im Inkjet-Druck. Dort spricht man aus historischen Gründen von UV-härtender Tinte. Doch egal ob Tinte oder Farbe, UV-Trocknung funktioniert immer gleich.
UV-härtende Tinte: Chemie
Für UV-Trocknung benötigt man eine Flüssigkeit, in der Oligomere, Monomere, Farbpigmente, Photoinitiatoren und weitere Additive schwimmen. Für die UV-Härtung verantwortlich sind die Photoinitiatoren. Das sind chemische Verbindungen, die blitzschnell Licht aus starken UV-Lampen absorbieren. Dabei zerfallen sie in sehr reaktionsfreudige Moleküle, die eine Kettenreaktion starten. Dadurch entsteht eine so genannte Polymerisationsreaktion, in der sich lange Molekülketten vernetzen. Das führt zur sofortigen Aushärtung von Tinten und Lacken. Für UV-härtende Tinten im digitalen Großformatdruck nimmt man heute radikalische Photoinitiatoren. Es gab um 2010 auch Versuche mit kationischen Photoinitiatoren für den Inkjet-Druck. Diese waren aber letztlich nicht erfolgreich.
UV-Tinten: Lampen und LEDs
UV-Tinten für Inkjet-Drucker benötigen ultraviolettes (UV) Licht, damit sie härten. Das muss sehr schnell gehen. Sonst verwischen die winzigen Tröpfchen. Deshalb setzt man im großformatigen Digitaldruck mit UV-Tinte oft zweistufige Verfahren ein. Die Tropfen werden vorgetrocknet (Pinning), sobald sie auf dem Drucksubstrat auftreffen. Das Durchhärten (Curing) erfolgt Sekundenbruchteile später. Dazu benutzt man heute meist spezielle LEDs. Sie senden UV-Licht mit Wellenlängen zwischen 380 bis 420 nm aus. Das ist sehr energieeffzient. Denn es entsteht kaum Abwärme. Ältere oder sehr schnelle UV-Drucker arbeiten auch mit Quecksilberdampflampen. Diese benötigen mehr Energie und halten nur wenige tausend Stunden. Bei LEDs für UV-härtende Tinten geht man dagegen von 10.000 Stunden und mehr aus. UV-Tinten sind immer genau an den Drucker, die Tinte und das Trocknungsverfahren angepasst.
Warum sind UV-Tinten teurer als andere Tinten?
Die getrocknete UV-Tinte liegt als sehr dünne, zähe Schicht auf dem Drucksubstrat. Sie zieht nicht ein und verläuft nicht. Dadurch ist der UV-Druck sehr scharf und brillant. Obwohl man weniger Tinte und Energie braucht als mit Eco Solvent- oder Latex-Tinten. UV-Tinte ist also eigentlich sparsamer. Man kann die Kosten für UV-Tinten aber weiter senken, indem man eine andere Tinte wählt als das Angebot des Druckerherstellers. Premium-Tinten von alternativen Anbietern sind ebenso gut an die Drucksysteme angepasst. Werden hochwertige Inhaltsstoffe verwendet wie bei den UV-Tinten der easy inks GmbH, können alternative UV-Tinten sogar besser sein. Die „Made in Germany“ -Tinte aus Denzlingen ist zudem preislich sehr attraktiv.